Ein Wandregal als Holzlager selbst bauen

Mein bisheriges Holzlager war ein altes Stahlregal, das noch vom Vorbesitzer des Hauses in der Werkstatt stand. Es war unpraktisch in der Handhabung und hatte ungünstige Maße. Daher habe ich mir aus Rahmenhölzern und Stahlrohren ein einfaches Wandregal als Holzlager gebaut, das von vorn gut zugänglich ist und am Boden weniger Stellfläche beansprucht.

Vorbereiten der wandmontierten Rahmen

Das neue Holzlager sollte einerseits möglichst einfach sein und ich wollte möglichst vorhandene Reste aufbrauchen. Das Prinzip des Regals ist, dass einfache Stahlrohre in Bohrungen in den Rahmen gesteckt werden und somit als Tragarme dienen. Beim Bau meiner Werkbank hatte ich mich bezüglich der Menge der benötigten Rahmen verrechnet, so dass ich noch etliche Meter Fichte-KVH-Rahmen übrig hatte (Querschnitt: 70 x 70 mm). Diese wollte ich für das Holzregal verwenden. Ein fehlendes Reststück konnte ich mit einem ebenfalls noch vorhandenen Douglasie-Rahmen aufstocken. Die Stahlrohre musste ich neu kaufen, sie sind allerdings günstig überall zu haben.

Ich zeichnete also bei den Rahmen die benötigten Längen an, sägte die langen Rahmen zunächst mit der Stichsäge auf die grobe Länge und kürzte sie dann an der Tischkreissäge auf das fertige Maß.

Anschließend bohrte ich mit dem Forstnerbohrer die Löcher, in die später die Stahlrohre gesteckt werden sollten. Die Rohre haben einen Außendurchmesser von 34 mm, mein Forstnerbohrer allerdings einen Durchmesser von 35 mm. Um die Rohre dennoch fest und ohne Spiel in den Löchern zu verankern, musste ich mir also etwas einfallen lassen (siehe unten).

Nach den großen Löchern für die Rohre bohrte ich noch jeweils vier Löcher für die Schwerlastdübel, mit denen die Rahmen in der Betonwand verankert werden sollten.

Maschinenhandel Meyer

Wandmontage der Rahmen

Nun konnte ich an die Montage der Rahmen an der Wand gehen.

Mit dem Laser zog ich eine Linie auf der Höhe eines der Löcher, so dass ich die Rahmen exakt ausrichten konnte.

Dann bohrte ich die Löcher für die Dübel und konnte die Rahmen so an der Wand montieren.

Zuschneiden der Stahlrohre

Nun zerteilte ich die Stahlrohre mit der Trennschreibe auf dem Winkelschleifer in gleich lange Stücke, mit der Schruppscheibe brach ich die scharfen Schnittkanten.

Anschließend konnte ich die Rohre in die Löcher stecken. Um das Untermaß der Rohre von 1 mm auszugleichen und einen festen Sitz zu erhalten, steckte ich in jedes Loch ein 2 mm starkes Kunsttstoff-Plättchen wie man sie zum Verklotzen von Glasscheiben in Fensterflügeln verwendet. Durch das nun entstandene Übermaß von Klotz und Rohr von ca. 1 mm und der Tatsache, dass sowohl der Fichtenrahmen als auch der Kunststoffklotz etwas nachgeben konnten, ergab sich eine sehr stramme Passung des Rohrs im Loch. Die Rohre sitzen somit sehr fest, wackeln nicht und stehen auch exakt senkrecht zur Wand.

Abschlussarbeiten

Um die offenen und recht scharfkantigen Rohrenden weniger verletzungsgefährlich zu machen, hatte ich mir Kunststoffrohrkappen besorgt. Diese sollten natürlich auch stramm auf den Rohrenden sitzen, so dass sie sich nicht von selbst lösen können. Ich hatte sie daher mit einem Durchmesser von 33 mm gekauft (bei 34 mm Rohrdurchmesser). Um sie anzubringen, erwärmte ich jede Kappe mit der Heißluftpistole und konnte sie so im leicht ausgedehnten und weichen Zustand auf de Rohr drücken. Beim Abkühlen schrumpften sich die Kappen dann fest.

Ergebnis

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Regal ist schlicht, war in einem Nachmittag gebaut und ist sehr stabil. Durch die offene Bauweise ist es sehr flexibel nutzbar und ich kann das Holz von vorne auf das Regal legen und wieder entnehmen (das ging vorher bei meinem geschlossenen Regal nicht).

Am Boden habe ich Stellfläche gewonnen, was auch ein willkommener Nebeneffekt ist.

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Mein Werkzeug

Übersicht der Werkzeuge, die ich benutze.

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5 Kommentare

  1. Hallo Andreas,
    eine Angabe zum Querschnitt der Rahmen konnte ich nicht finden oder überlesen.
    Wie ist dieserß
    Und wie hat es sich bis jetzt bewährt? Würdest du es so wieder bauen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Andre

    1. Hallo Andre, hab ich tatsächlich vergessen anzugeben: die Rahmen haben einen Querschnitt von 70 x 70 mm.

      Bisher bewährt es sich super.

      Grüße,
      Andreas

  2. Hallo Andreas,
    klasse Arbeit!! Ich habe schon seit geraumer Zeit über ein derartiges Regal nachgedacht. Nun habe ich (Dank Deiner „Vorarbeit“) endlich die fehlenden Infos erhalten.

    LG
    Peter

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