Ein Regal mit Auszügen für die L-Boxxen selbst bauen

Ich hatte noch einige Bosch-Werkzeuge in L-Boxxen, die sich im Lauf der Zeit in einem Stapel in der Werkstattecke angesammelt haben. Für diese wollte ich schon länger ein Regal bauen, damit ich leichter an die Werkzeuge rankomme, wenn ich sie brauche. In diesem Artikel zeige ich, wie ich aus Resten von anderen Projekten ein super einfaches Regal baue und welche Auszüge ich dafür eingesetzt habe, so dass die L-Boxxen nun hervorragend untergebracht sind.

Ich hatte schon länger vor, für meine bisher nicht verstauten L-Boxxen eine saubere Aufbewahrung zu bauen. Den Anlass, das gerade jetzt zu tun, lieferte Paul von Hookz, der mich angeschrieben hat und anbot, mir seine L-Boxx Auszüge kostenlos zum Testen zur Verfügung zu stellen, wenn ich sie in einem Blogbeitrag vorstellen könnte. Das passte natürlich gut zusammen und so ging ich das Projekt an. Wie immer gilt: ich habe zwar die Auszüge von Hookz kostenlos erhalten, meine Meinung dazu ist aber ehrlich und – soweit ich das beurteilen kann – unbeeinflusst von der Tatsache, dass ich die Auszüge nicht bezahlen musste.

Idee und Material

Meine Idee für dieses Projekt – wie bei vielen Werkstattprojekten – war, dass ich möglichst viele Restmaterialien verwende und somit möglichst wenig zusätzlich einkaufe, um das Projekt zu realisieren. Ich bin nicht wählerisch, wenn es um das Material meiner Werkstattmöbel geht und kann damit leben, dass somit das Aussehen und die Oberflächenqualität der einzelnen Stücke etwas unterschiedlich ist. Aus meiner Sicht müssen Werkstattmöbel funktional und praktisch sein, sie dürfen gerne auch ästhetisch ansprechend sein, aber wenn sie etwas rauer daher kommen, kann ich auch damit leben.

Somit kommen bei diesem Projekt Kiefer-Sperrholzplatten zum Einsatz, die ich noch von einem früheren Projekt übrig hatte. Außerdem Buche-Multiplex-Platten von einer Küchenanrichte, die bei einer kürzlichen Küchenrenovierung überflüssig geworden war. Die Rahmen für den Sockel hatte ich auch noch in der Werkstatt und die höhenverstellbaren Füße stammen von IKEA-Schränken, bei denen sie nicht zum Einsatz kamen, weil ich damals einen eigenen Sockel gebaut hatte – manchmal übertreibe ich etwas mit dem Aufheben von solchen Dingen, aber bei Projekten wie diesem freut es mich dann, wenn ich alle Materialien schon in der Werkstatt habe.

Zuschnitt und Grundkonstruktion

Wie immer machte ich den Zuschnitt zunächst in der Garage mit der Tauchsäge, die kleineren und besser handhabbaren Stücke wurden dann auf der Tischkreissäge auf Format gebracht.

Maschinenhandel Meyer

Ich entschied mich für eine sehr einfache Konstruktion mit stumpfer Eckverleimung und Schrauben, so dass ich weder Zwingen noch Wartezeit für das Abbinden des Leims einplanen musste. Die Schraubverbindungen bohrte ich vor, so dass sie sauber und gleichmäßig waren.

Verleimen

Beim Verleimen freue ich mich immer an meiner großen Werkbank, die mitten in der Werkstatt in Verlängerung der Tischkreissäge steht und eine große, plane Fläche bietet. Mit einem per Zwinge fixierten Aluwinkel als Stütze und einem Stück Plattenrest ebenfalls mit einer Zwinge fixiert geht das Verleimen und Verschrauben der einzelnen Korpusteile schnell von der Hand.

Für die exakte Ausrichtung der Mittelwand schnitt ich mir einen Plattenrest so zu, dass ich die Mittelwand daran anstoßen konnte. So konnte ich ich ohne Messen zügig die korrekte Position finden.

Sockel montieren

Den Sockel erstellte ich einfach aus Fichte-Kanthölzern mit dem Querschnitte 40 x 60 mm. Von diesen habe ich immer ein paar Reste in der Werkstatt. Sie sind praktische Helfer, wenn man mal Unterleghölzer für einen schweren Gegenstand braucht und können bei allen möglichen Projekten rund ums Haus flexibel eingesetzt werden. Außerdem bekommt man sie in jedem Baumarkt für günstiges Geld.

Diese Kanthölzer schraubte ich einfach unter den Korpus.

Rückwand montieren

Für die Rückwand verwendet ich ebenfalls zwei Stücke übrig gebliebenes Sperrholz, weil ich kein durchgehendes Stück hatte, das die ganze Fläche der Rückseite bedeckte. Da das Regal aber ohnehin an der Wand steht und man die Rückwand beim Gebrauch nicht sieht, habe ich kein Problem damit, dass die Rückwand zusammengesetzt ist. Der Einfachheit halber schraubte ich sie einfach hinten auf den Korpus. Das gibt diesem noch zusätzliche Quersteifigkeit.

Füße montieren

Die IKEA Schraubfüße sind auf einer Gewindestange gelagert und haben von oben einen Inbus-Antrieb. Das ist praktisch, weil man sie so von innen im Schrank in der Höhe verstellen kann. Ich bohrte also ein Durchgangsloch durch Sockel und Unterseite des Korpus und fixierte eine Einschlagmutter für jeden Fuß von unten in dem Kantholz. In diese konnte ich dann jeden Fuß eindrehen.

Die Höhenverstellung von Möbelfüßen ist ja manchmal etwas nervig, vor allem an den hinteren Füßen, da ich an diese oft nicht gut rankomme. Wenn ich dann den Schrank vorziehen muss, um die Höhe zu verstellen, steht er natürlich nicht mehr an dem Fleck, an den die Höhenverstellung eigentlich angepasst werden muss und so kann es ziemlich aufwändig sein, die richtige Höhe zu finden – vor allem bei einem unebenen Werkstattboden wie meinem.

Das Durchgangsloch erlaubt es, mit einem Inbus-Schlüssel von ihnen die Höhe der Füße zu regulieren, ohne den Schrank zu verstellen. Somit geht es zügig und bequem.

Anstrich

Normalerweise sind meine Werkstattmöbel farblos geölt, allerdings hatte ich von meinem Standard-Öl von PNZ nur noch wenig da und außerdem waren noch Farbreste von einem Renovierungsprojekt vorhanden. Daher entschied ich mich, das Regal mit dieser hellgrauen Restfarbe zu streichen, weil ich die sonst vermutlich in einigen Monaten hätte wegschmeißen müssen.

Montage der Auszüge

Die Hookz Auszüge gibt es für verschiedene Systemboxen und auch für Euroboxen. Ich habe natürlich die Auszüge für die L-Boxx genommen. Bei der Planung des Regals war ich positiv überrascht, dass Hookz hier einen Online-Regalrechner anbietet, der sehr einfach zu bedienen ist und die Planung und auch später die Montage wirklich enorm vereinfacht.

Hier ist ein Screenshot meiner Planung und danach die Druckansicht, mir der man dann in die Werkstatt gehen kann, um alles zu montieren.

Zum Anzeichnen der Höhen verwendete ich meinen Woodpecker Storystick – das ist ein schönes Werkzeug, das man wirklich überhaupt nicht dringend braucht, bei dem ich mich aber immer freue, es zu haben, wenn es mal zum Einsatz kommt (selbst gekauft).

Bei den Auszügen ist eine Borhschablone dabei, die man zum Anzeichnen der Schraubenlöcher verwenden kann. Ich habe sie allerdings einfach mit dem Spitzbohrer und dem Kombiwinkel markiert.

Die Montage der Auszüge ist dann recht einfach, es liegt eine klar bebilderte und anschauliche Anleitung bei. Man baut die Auszugbasis und die Schiebeschiene auseinander, schraubt die Basis in den Korpus des Möbelstücks und schraubt die Schiebeschiene an die große Platte des Auszugs. Anschließend schiebt man die so entstandene „Schubplatte“ (eine „Lade“ ist es ja nicht) in die beiden Auszugsschienen.

Ich bin sehr zufrieden mit diesen Auszügen: sie machen einen hervorragenden Eindruck, sind sauber verarbeitet, robust (massive Materialstärke) und schließen flüssig und geräuschlos. Der Softclose-Mechanismus funktioniert einwandfrei und die Planung und Montage sind so einfach wie es nur möglich ist. Ich kann sie rundum empfehlen. (Und wenn das nun wie zu viel Lob klingt: es ist wirklich so, mir fällt nichts ein, was ich an den Dingern kritisieren könnte).

Ergebnis

Und hier ist also mein Regal. Ich freue mich, dass meine L-Boxxen nun sauber aufbewahrt sind und vor allem, dass ich an alle Werkzeuge gut rankomme, ohne immer umstapeln zu müssen.

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Mein Werkzeug

Übersicht der Werkzeuge, die ich benutze.

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